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15 Tipps für eine erfolgreiche Online Facilitation


Best Practices für die Moderation von Online Sessions

  1. Schaffen Sie eine Lernlandschaft aus zwei bis drei Tools möglichst einfachen Tools.

Mein präferiertes Tool ist und bleibt ZOOM, weil es so leicht zu handhaben ist – gerade wenn ich mit Untergruppen arbeite. Microsoft Teams scheint sich als stärker administriertes Tool durchzusetzen. Von Tools, die keine Breakout-Gruppen erlauben, rate ich ab.

Beziehen Sie unbedingt die IT ihrer Auftraggeber aktiv ein um zu klären, welche Tools möglich sind.

 

  1. Führen Sie einen Technik-Check durch und versenden Sie Ihr Material am Vortag.

Sie haben ein Publikum, das in seiner technischen Diversität abgeholt werden will. Vielleicht möchten Sie dazu zu einer kostenlosen „Prolog“-Session einladen? Sie profitieren von einem reibungslosen Einstieg in Ihre Moderation am folgenden Tag und ganz nebenbei haben Sie schon etwas für den Beziehungsaufbau getan.

 

  1. Suchen Sie sich einen „Host“ für die Technik. Seien Sie ein gutes Team!

Eine Moderation zu zweit ist um Klassen einfacher, als wenn Sie die Gruppe alleine durch die Session führen. Die Arbeitsteilung kann sehr gut so aussehen, dass Sie für den Inhalt und die Interaktion zuständig sind, während der „technical host“ für die Technik sorgt und ausgewählte inhaltliche Punkte einbringt.

 

  1. Balancieren Sie sich gut, sodass Sie voll präsent sind. Keep cool!

Seien Sie sich dessen bewusst, dass Sie über die Kamera Wirkung erzielen. Schauen Sie deshalb klar, aufrecht und freundlich in die Linse. Halten Sie den Blick dort fokussiert und seien Sie geduldig mit Ihrer Performance.

Gehen Sie maximal ausgeglichen in Ihre Session, denn Sie werden mit unvorhergesehenen Pannen wie mit Erfolgen gleichermaßen konfrontiert werden. Am besten starten Sie Ihren Tagesabschnitt mit einer Achtsamkeitsübung wie Yoga oder Sport. Achten Sie auf Ihren Atem.

 

  1. Haben Sie einen klaren PURPOSE von Anfang an. Und ein Skript.

Bei allem Fokus auf die Kreativität: Denken Sie daran, dass gerade online ein roter Faden wichtig ist, damit sich die Teilnehmer mitgenommen und sicher fühlen. Klären Sie Ihre Ziele und entrümpeln Sie Ihre Inhalte.

Ansprechend visualisierte Arbeitsblätter, die Sie parallel bereitstellen, unterstützen Ihren professionellen Auftritt.

 

  1. Erklären Sie zu Beginn die „Nettiquette“ und Regeln – und danach was immer Sie gerade tun.

Diese Einstiegsfolie ist Pflicht. Zeigen Sie, dass Sie Leitplanken der Führung parat haben.

 

  1. Starten Sie mit einem Check-in in der Gruppe. Steigen Sie dann so früh wie möglich in Untergruppen ein.

Oft reicht eine offene, kreative Frage. Nutzen Sie die Kraft des Kreises, wie Sie es aus der klassischen, analogen Facilitation kennen. Jede (r) spricht.

Untergruppen sind in der Lage, Sinnstiftendes zu erarbeiten. Vertrauen Sie ihnen. Dennoch schaue ich als Facilitator überall einmal „kurz“ vorbei. Dies wird von den Teilnehmenden eher als wertschätzend denn als kontrollierend empfunden.

Meiden Sie zu viel Plenumsaktivität und endlose Summaries.

 

  1. Halten Sie die „Black-box“-Pausen aus oder entscheiden Sie sich fürs „Teilnehmer drannehmen“.

Wenn Sie offene Fragen in den Raum stellst, haben Sie die Wahl: „old style“ – drannehmen oder „new style“ – Zeit geben.

Es wird Sie kaum überraschen, dass ich vor drei Jahren noch anders agiert habe als heute.

 

  1. Planen Sie die Didaktik für die Untergruppen und die dazu gehörende Technik.

Manche Tools erlauben es, Gruppenräume vorzubereiten. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie parallel bei Google doc/ Google Präsentationen Unterlagen einstellen.

Eine sinnvolle Ergänzung bietet ein kreatives Whiteboard Tool wie Google Jamboard oder die etwas komplexeren Tools Miro oder Conceptboard. Seien Sie sich jedoch immer bewusst, dass Sie einige Ihrer Teilnehmenden stark fordern und Unsicherheiten hervorrufen.

Versichern Sie Ihr Publikum, dass kein Produktionszwang herrscht und dass sie in den Teams frei handeln können.

 

  1. Stellen Sie Ihre Fragen und Aufgaben so, dass sie Wir-Gefühl und Co-creation maximal fördern.

„Co-creation“ ist ein zentraler Begriff der U-Theorie. Hier entsteht das WIR. Gestalten Sie Ihre Fragen so, dass sie den Kopf und das Herz Ihrer Teilnehmenden ansprechen. Lassen Sie danach Ihre Teams kreativ loslaufen, spielen und gestalten. Machen Sie sie offen für das, was passiert (lesen Sie weiter unter: Teamdynamik → Link zum Artikel „Teamdynamik“)

 

  1. Inspirieren Sie dazu die Imagination und die Kreativität beim Schreiben.

Für viele Workshops hat es sich als gut erwiesen, per google Docs oder google Präsentationen ein Manual zu erstellen, innerhalb dessen sukzessive kreativ geschrieben wird. Es hilft Teilnehmern mehr als wir oft denken, mental Erworbenes in einem Fließtext abzubilden („Journaling“) bzw. Fragen in Gruppenarbeit textlich zu formulieren.

 

  1. Achten Sie auf die Ressourcenlage: Pausen und Wasser trinken.

Die klassische Online-Einheit beträgt 90 Minuten. Seit Corona hat sich die Dauer der Sessions ausgedehnt. Ich beobachte einen Trend hin zu zwei- bis dreistündigen Sessions – ob Coachings, Themen-Workshops oder Teamentwicklungen. Daneben gibt es auch noch ganztägige Workshop-Formate.

Richten Sie nach jeweils 60 Minuten in jedem Fall eine Pause von 7 bis 10 Minuten ein. Dies erlaubt Biopause und Kurzbesuch in der Kaffeeküche.

 

  1. Visualisieren Sie kreativ oder lassen Sie parallel visualisieren.

Gerade bei der Visualisierung macht es sich bezahlt, als Zweier-Team zu moderieren. Alternativ ist jedoch auch Ihr Agieren am Whiteboard gern gesehen.

Bei höherpreisigen Workshops besteht die Chance, exzellente Graphic Recorder in Ihr Team aufzunehmen. Diese sollten dann jedoch nicht nur „liefern“, sondern im Workshop immer einmal die Bühne bekommen.

 

  1. Ermutigen Sie zum aktiven Netzwerken zwischen Sessions und über das Projekt hinaus.

Die Kraft des Netzwerkens unterschätzen wir bis heute. Laden Sie Themen- und Projektverantwortliche ein, nach der Session weiter zusammenzuarbeiten. Machen Sie Ihre Online-Welt zum Teil Ihrer strategischen Positionierung.

 

  1. Vergessen Sie nie: Ihr innerer Zustand ist Ihr wichtigstes Tool.

Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Online Facilitation einen zusätzlichen Pfad des persönlichen Wachstums eröffnet – und dass genau das von den Teilnehmenden wahrgenommen wird.

Freuen Sie sich an Ihrem inneren Wachstum und sprechen Sie in ausgewählten Situationen darüber. Achten Sie auf eine angemessene Fehlerkultur und beginnen Sie bei sich selbst. Spielen Sie Ihre Rolle gut!


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